Jul 31

 Es ist noch nicht lange her, da feierten wir im Jahr 2009 das Verbot von gentechnisch verändertem Mais der Sorte Monsanto MON 810 in gleich mehreren europäischen Mitgliedsstaaten. Einige EU-Mitglieder (insbesondere Schweden, die Niederlande, Großbritannien und Finnland) mühten sich zwar im Anschluss um die Aufhebung der entsprechenden Regularien, aber die EU-Kommission blockte diese Attacken erfolgreich. Ein kleiner Sieg, dachten wir damals, in einem aussichtslosen Kampf. Wie recht wir doch hatten.

Denn vor wenigen Tagen hat die EU-Kommissionfast unbemerkt von der Öffentlichkeit, die neuen gentechnisch veränderten Maistypen MON 89034 und MON 88017 für die Verwendung in Lebensmitteln und Futtermitteln freigegeben. Die Nachricht war nur eine kleine Notiz, eine Anmerkung, in einer der Kommissions-Publikationen und wir werden das Gefühl nicht los, dass die Behörden in Brüssel wieder einmal ihrem Ruf gerecht werden, die Interessieren und besonders die Sicherheit der Verbraucher nur als nebensächlichen und zu vernachlässigenden Faktor bei der Bewertung von Produkten zu berücksichtigen. Gesundheitliche Bedenken werden da gerne mal zugunsten einer schnellen Mark, oder eines schnellen Euro, beiseite geschoben.

Natürlich stieß die Genehmigung sofort auf Kritik, die uns zeigt, dass einige gute Leute bei Non-Profits in Europa ein Auge auf die entsprechenden Stellen in Brüssel geworfen haben. Das Münchner Institut Testbiotech forderte die EU-Kommission auf, die Zulassung des Mais zu überprüfen und gegebenenfalls zu widerrufen. Schließlich seien mögliche Gesundheitsrisiken durch den Mais noch nicht vollständig aufgeklärt. Gemeinsam mit GeneWatchUK haben die Wissenschaftler von Testbiotech jetzt offizielle Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Ein weiteres Problem ist, dass es fast unmöglich ist, für den Verbraucher zu erkennen, ob Lebensmittel den genetisch veränderten Mais enthalten. Wegen der unzureichenden Kennzeichnungspflicht innerhalb der EU gehen so genannte GM-Produkte auf direktem Wege und völlig unbemerkt auf die Teller der europäischen Verbraucher. Mehrere Studien belegen die Gefahren der sogenannten grünen Gentechnik, daher müssen die Richtlinien in diesem Bereich dringend angepasst werden.

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