Oct 13

Als die Geschichte vorgestern publik gemacht wurde, haben wir uns schon gefragt, ob die amerikanische Regierung das Ernst meint. Die iranischen Al-Quds-Brigaden bezahlen einen iranisch-amerikanischen Gebrauchtwagenhändler dafür, dass er ein mexikanisches Kartell anheuert, den saudischen Botschafter in die Luft zu jagen. In einem Restaurant mitten in Washington. Hatte da jemand zu viel Fernsehen geschaut? Hat gar Hollywood die Finger im Spiel? Oder ist was dran an dieser Story, die uns da zwischen Tagesthemen und Nachtjournal aufgetischt wurde?

Um es gleich vorweg zu verraten: Eine Antwort haben wir auch nicht. Leider fehlt uns da das Insiderwissen. Aber man kann sowas auch logisch angehen. Al-Quds ist eine Eliteeinheit der iranischen Armee, ist 5,000 Mann stark und untersteht direkt dem Ayatollah Ali Khamenei unterstellt. Bis jetzt sind nur Operationen im Nahen und Mittleren Osten bekannt, im Irak beispielsweise oder im Libanon. Selbst amerikanische Iran-Experten sprechen davon, dass bis jetzt kein einziger Fall bekannt ist, in dem diese hochprofessionelle Elitetruppe so dilettantisch vorgegangen wäre – schon gar nicht auf amerikanischem Grund und Boden.

Was steckt also dahinter? Ein Einzelgänger? Die Verschwörung einer kleinen Gruppe? Oder reicht der Strang der Befehle doch bis ganz nach oben? Wir wissen es nicht. Fest steht allerdings, dass Experten schon seit Wochen vorhergesagt haben, dass die amerikanische Regierung dringend einen Grund sucht, um seine Politik gegenüber dem Iran zu verschärfen und von den eigenen internen Problemen abzulenken. Andererseits gab selbst FBI-Chef Mueller zu, dass die Story mehr nach Hollywood als nach Realität klingt. Von einer Verschärfung der Politik ist dann auch nichts zu spüren. Das Weisse Haus ist eher peinlich berührt als ernsthaft besorgt.

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