Oct 28
Money

Photo: Marcel Germain

Jetzt ist es endlich raus, auch wenn mal wieder kaum jemand in den Medien davon Notiz genommen hat: Nur rund 48 Stunden, nachdem es noch hieß, man habe soeben den ökonomischen Super-GAU in Griechenland verhindert (siehe EFSF-Einigung), scheint man in der bundesdeutschen Regierung endlich verstanden zu haben, worin eigentlich die größte Gefahr für das momentane Wirtschaftssystem liegt. Und dass gegen diese Gefahr Griechenland aussieht wie ein Spatz neben einem Adler (der den Spatz gleich im Flug auffrisst). Denn die größte Gefahr für das europäische Finanzsystem (soll heißen: unterfinanzierte französische Banken) ist nicht Griechenland, sondern die Tatsache, dass jetzt jeder EU-Staat nach Belieben den Blanko-Scheck Griechenland in Brüssel einreichen kann. Da steht drauf: Hallo, hier bin ich. Ich bin pleite, also her mit dem Geld. Unsereins muss dafür mit Skimaske und geladener Kanone in die Bank.

Wer noch Hoffnung hatte, dass unsere Politiker vielleicht in irgend einem Kämmerchen eine entsprechende Richtlinie vorbereitet hätten, ist jetzt enttäuscht worden. Denn niemand anderes als unsere liebe Kanzlerin sagte heute, dass man unbedingt verhindern müsse, dass auch andere Länder den so genannten “Haarschnitt” in Anspruch nähmen. Aha, die Einsicht kommt ja früh. Und leider viel zu spät. Denn Irland steht bereits in den Startlöchern und gab schonmal bekannt, dass die Zahlen für 2011 doch wohl nicht so gut aussähen, wie ursprünglich vorausgesagt und dass, ähem, man ja vielleicht auch ein wenig aus dem Topf bräuchte. Und bevor man bei der EZB jetzt gleich wieder die Gelddruckmaschine anschmeisst: Portugal, Spanien und Italien stehen auch schon Schlange. Die Frage ist jetzt wahrlich: Wie lange noch bis Deutschland aus der Eurozone austritt?

 

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