
Vier Freunde
Natürlich überschlagen sich die Medien dieser Tage vor Freude angesichts spektakulärer Nachrichten aus Italien: Silvio Berlusconi, berüchtigter anti-Demokrat mit Faible für minderjährige Gespielinnen, ist abgetreten. Weder Sex-Skandal noch Korruption, weder Kumpanei mit Gaddafi noch sein Einfluss auf die freie Presse konnten Berlusconi etwas anhaben. Erst die Weltwirtschaftskrise versetzte unserem Erzfeind-Freund den finalen Stoß. In Brüssel scherzte man schon, das so der Kollaps unseres Wirtschaftssystems zumindest eine gute Seite habe. Bis diese Woche erste Gerüchte aufkamen, dass Berlusconi schon bald eine Rückkehr an die Macht plane. Ganz im Stile seines russischen Idols Vladimir Putin.
In der “Welt” heißt es heute, Berlusconi habe in einem Schreiben an seine Partei La Destra bereits die Rückkehr ins Zentrum der Macht angekündigt: „Ich teile Ihre Überzeugungen und hoffe, dass wir erneut gemeinsam den Weg zur Regierung beschreiten werden“, zitiert die “Welt” Berlusconi. Merken Sie sich in diesem Zusammenhang schon mal den Namen Angelino Alfano. Der wird nämlich von der Rechten als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten ins Spiel gebracht uns ist für Berlusconi so etwas wie der ideologische kleine Bruder. Der Medwedew für den Putin Italiens sozusagen.